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Das Ittinger Museum

Das wichtigste „Ausstellungsgut" des Ittinger Museums ist das Gebäude selber. Die integral erhaltenen Lebensräume der Mönche mit ihren kunsthistorisch wertvollen Einrichtungen geben einen unmittelbaren Einblick in die Lebensweise und das Denken der ehemaligen Bewohner. Diese gilt es zu vermitteln, wobei der Erhaltung und Steigerung dieser authentischen Ortserfahrung höchste Priorität zukommt. Die besondere Herausforderung bei der Neueinrichtung des Ittinger Museums in den Jahren 2008/2009 bestand also darin, Wissensvermittlung so zu inszenieren, dass die originalen Einrichtungen und Raumstrukturen durch das Einbringen von Information keine Beeinträchtigung erfährt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein radikales Vermittlungskonzept entwickelt, das schriftliche Informationen in den Räumen auf ein Minimum reduziert und sichtbare Vermittlungsangebote auf einige wenige Bereiche konzentriert. Dadurch bleiben die bedeutendsten Räume der Kartause – die Kirche, die Kreuzgänge oder das Refektorium – weitgehend unberührt durch Vermittlungseingriffe. In anderen Räumen, etwa in der ehemaligen Kellerei, im Winterrefektorium oder in einer der Mönchszellen entstanden dafür konzentrierte Kleinausstellungen, die präzis umrissene Themenfelder gewidmet sind.

In der Mönchszelle werden die Arbeit der Mönche und das Prinzip von „ora et labora" thematisiert. Die Präsentation im Winterrefektorium ist dem Ordensgründer Bruno und der Geschichte der Kartäusermönche gewidmet. In der Kellerei wird mit Ansichten der Kartause, der Darstellung der baulichen Veränderungen in einer Bildschirmanimation sowie einem Modell die Baugeschichte und die Funktion der Bauten der Kartause Ittingen erläutert. Um die Attraktivität der Präsentation zu steigern, wurde das Ausstellungsgut gezielt durch herausragende Originalobjekte erweitert. So ist in der ehemaligen Prokuratur ein Originalband des Ittinger Urbars zu sehen und in der Sakristei wird eine der wertvollsten Goldschmiedearbeiten der Region, das Ittinger Vortragekreuz, gezeigt. Die Präsentation von solch heiklen und wertvollen Objekte ist dank ausgeklügelter Vitrinentechnik auch in den historischen Räumen möglich, deren klimatische Bedingungen den Museumsstandards nicht zu genügen vermögen. Eine weitere Steigerung der Attraktivität erfuhr die Präsentation durch die Installation von Bildschirmpräsentationen, die auf dem neuesten Stand der Technik sind. So kann im Raum neben dem Original des Urbars auf einem Touchscreen virtuell im alten Buch geblättert werden, während eine Stimme Textauszüge daraus vorliest.

Durch das ganze Museum verteilt stehen einfache Informationspulte, die in Kürze die Hauptinformationen zu den jeweiligen Räumen enthalten. Personen, die mehr wissen wollen, finden auf diesen Pulten Hinweise auf den Audioguide, mit dessen Hilfe vertiefende Informationen abgerufen werden können.