Direkt zum Inhalt springen

Vorschau

 

Wasser - Lebensader des Klosters

24. Juni bis 16. Dezember 2018, Ittinger Museum
Vernissage: Sonntag, 24. Juni 2018 / Stiftungsfest der Kartause Ittingen

Ein Kloster ist eine Lebensgemeinschaft, die nicht nur aus den Mönchen besteht, sondern auch aus Laienbrüdern und Angestellten. Für die Versorgung aller ist das Wasser unabdingbar, und auch die im Kloster lebenden Nutztiere benötigen Frischwasser. Mit einem Kanalsystem wird Nutz- und Dachwasser abgeführt und die entstehende Wasserkraft wird für die Mühlen genutzt.
In der Kartause Ittingen lässt sich die klösterliche Wasserwirtschaft auf vielfältige Weise erfahren – von sichtbaren historischen Installationen bis hin zur modernen Fischzucht der Stiftung Kartause Ittingen, aus der das Restaurant versorgt wird. Auch diese moderne Anlage steht jedoch in einer langen Tradition: Durch den Fleischverzicht der Kartäuser hatte die Versorgung mit frischem Fisch eine besondere Bedeutung.
Die Ausstellung stellt die enorme Wichtigkeit des Wassers für das ehemalige Kartäuserklöster in Ittingen anschaulich dar. Neben einer ausführlichen Erläuterung der Abwasserabführung und der Nutzung der Wasserkraft inner- und auch ausserhalb der Klostermauern, erfahren die Besucherinnen und Besucher spannende Details zur Trinkwasserversorgung und zur liturgischen Bedeutung des Wassers.

Helen Dahm - Ein Kuss der ganzen Welt

02. September 2018 bis 25. August 2019, Kunstmuseum Thurgau
Vernissage: Sonntag, 02. September 2018

Helen Dahm (1878–1968) gehört zu den Pionierinnen und Grenzgängerinnen der Schweizer Moderne. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lernt die eigenwillige junge Thurgauerin aus Kreuzlingen in München die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter" kennen. In der Folge wendet sie sich von der damals akademisch und männlich geprägten Zürcher Kunstwelt ab und zieht in ein altes Bauernhaus nach Oetwil am See im Kanton Zürich. Dort entsteht ein Kosmos von Gemälden, aus dem die auratische Kraft der Natur spricht. Auf ihrer spirituellen Suche nach dem Göttlichen im Irdischen trifft Helen Dahm zeitlebens radikale Entscheidungen: 1938 verkauft sie ihren Besitz und reist nach Indien. Zurück im Zürcher Oberland entwickelt sie in den 1950er-Jahren weitab von den Metropolen eine auf Materialexperimenten basierende abstrakte Formensprache, die sich mit Kunstströmungen der Nachkriegszeit wie Tachismus und Action Painting messen kann. 1954 erhält sie als erste Frau den Kunstpreis der Stadt Zürich, doch bis heute blieb das Werk der Mystikerin und Visionärin unterschätzt. Daher nehmen das Kunstmuseum Thurgau und das Helen Dahm Museum in Oetwil den 50. Todestag von Helen Dahm zum Anlass für eine gemeinsame Retrospektive. Begleitend zur Ausstellung wird ein bildreiches Buch erscheinen.

Till Velten - La condition humaine

28. Oktober 2018 bis Juni 2019, Kunstmuseum Thurgau
Vernissage: Sonntag, 28. Oktober 2018

Was ist der Mensch? Und: Welches Bild machen wir von ihm? Um diese Fragen kreist die Installation „La condition humaine" von Till Velten im Kunstmuseum Thurgau. Der Künstler arbeitet dabei mehrschichtig: Zum einen filmt er Videoporträts von besonderen Menschen, die ihm im Lauf seines Lebens begegnet sind. Diese Porträts inszeniert er auf Displayinseln im Raum in Kombination mit Skulpturen des Aussenseiterkünstlers Erich Boedecker (1904–1971), in dessen Garten Velten als kleiner Junge gespielt hatte und der ein Porträt der Velten-Familie geschaffen hatte, das sich heute im Besitz des Kunstmuseums Thurgau befindet. In diesem Spannungsfeld der Auseinandersetzung mit Menschen, der eigenen Erinnerung sowie der persönlichen Betroffenheit wirft Till Velten die Frage auf, ob denn der Mensch in seiner Komplexität überhaupt fassbar ist, und was geschieht, wenn wir ein Bild von ihm machen.