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Gartenträume - Traumgärten

31. August 2014 – 8. März 2015

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Simone Kappeler: Der Garten nachts, 21.10. 2010, Inkjet-Chrome, 43,2 x 32,6 cm
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Callistrat Robu: Paradisul perdut, 1990
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Helen Dahm: Paradiestraum, 1961, Öl auf Leinwand, 100 x 100,5 cm
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Daniel Bräg: Detail aus "4 Kühlschränke", 2012. Foto: Dieter Rehm
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Christian Schwager: aus der Serie „Grenzzaun Kreuzlingen – Konstanz“, Grenzstrasse, 2004, 53 C-Prints, je 50 x 60 cm, ©Christian Schwager/ProLitteris
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Ausstellungsansicht: "Gartenträume - Traumgärten" Kunstmuseum Thurgau.
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Ausstellungsansicht: "Gartenträume - Traumgärten" Kunstmuseum Thurgau.
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Ausstellungsansicht: "Gartenträume - Traumgärten" Kunstmuseum Thurgau.
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Ausstellungsansicht: "Gartenträume - Traumgärten" Kunstmuseum Thurgau.

Facetten eines Motivs



Die Ausstellung „Gartenträume – Traumgärten“ nimmt die Klostergärten Ittingens zum Ausgangspunkt einer spielerischen Recherche über historische und zeitgenössische Gärten in der Kunst. Der Klostergarten galt als geschütztes Stück vom Paradies inmitten der Wirren der Zeit. Das Wort „Garten“ stammt vom indogermanischen „gher“ oder „ghortos“ ab, was die Weiden- oder Haselnussgerten bezeichnet, mit denen Umfriedungen geflochten wurden. So sind Gärten wesentlich durch die Abgrenzung gegen ein fremdes Aussen definiert. Innerhalb dieser Grenzen entstehen Freiräume, die der Kunst Motive und Experimentierfelder bieten. Während der Mensch in seinen Gärten die Natur domestiziert hat, funktioniert der Garten in der Kunst als Spiegel individueller und kollektiver Mythen, Ahnungen und Wunschträume.

„Gartenträume – Traumgärten“ entführt in einen grünen Kosmos künstlerischer Gartendarstellungen aus unterschiedlichen Epochen. Während Adolf Dietrichs Darstellungen seines umzäunten Nachbarsgärtchens für die Faszination an der geordneten und gestalteten Natur steht, zerbricht in der Gegenwartskunst das Idyll: Ins Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung rückt „das Paradies“ mehr und mehr als zerstörtes und ausgrenzendes Territorium. Der Garten Eden wird zu einem verwunschenen Ort, das Paradies zur Paranoia und der friedliche Hort zur Utopie. Im Grenzbereich zwischen Wildnis und menschlichem Gestaltungswillen sind Gärten auch Orte der Künste selbst: Inspirationsquellen, Versuchsanordnungen und Ateliers ohne Grenzen, unter freiem Himmel.

Die Ausstellung „Gartenträume – Traumgärten“ in den ehemaligen Weinkellern der Kartause Ittingen entwirft ausgehend von Höhenpunkten der Sammlung ein blühendes Labyrinth, das vom biblischen Eden über den mittelalterlichen hortus conclusus bis zu den Visionen der Aussenseiterkunst reicht. Zahlreiche Leihgaben von der Miniaturmalerei bis zur raumgreifenden Installation erzählen Geschichte und Geschichten. Eine für die Ausstellung entstandene Forschungsarbeit des Künstlerduos steffenschoeni wächst auch über die Museumsmauern hinaus und begrünt den Aussenraum der Kartause Ittingen.

Mit Arbeiten von Anton Bernhardsgrütter, Erich Bödeker, Camille Bombois, Daniel Bräg, Felix Brenner, Adolf Dietrich, Helen Dahm, Marcel Gähler, Philippe Godderidge, Andrea Good, Werner Haselmeier, Claudio Hils, Christine und Irene Hohenbüchler / Franz Spangaro, Simone Kappeler, Fred Engelbert Knecht, Ernst Kreidolf, Hans Krüsi, Sophie Lécuyer, Muda Mathis / Sus Zwick, Doris Naef, Callistrat Robu, Carl Roesch, Armand Schulthess / Hans-Ulrich Schlumpf, Christian Schwager, Franz A. Spielbichler, steffenschoeni, Emma Stern, Judit Villiger und anderen.